Die Erdung der Halterung wird durch einen mehrstufigen, technisch ausgereiften Prozess sichergestellt, der mit der Materialauswahl beginnt und mit der fachgerechten Montage endet. Im Kern geht es darum, einen elektrisch leitfähigen Pfad mit niedrigem Widerstand von der Halterung zur Erde zu schaffen, um im Fehlerfall – beispielsweise bei einem Blitzeinschlag in der Nähe oder einem internen Defekt – gefährliche Spannungen sicher abzuleiten. Bei Sunshare-Produkten wird dies durch die Verwendung von feuerverzinktem Stahl oder eloxiertem Aluminium für die Halterungskomponenten erreicht. Diese Materialien sind nicht nur korrosionsbeständig, sondern auch ausgezeichnete elektrische Leiter. Ein speziell entwickeltes Erdungskit, bestehend aus einer Kupferschiene, Erdungsklemmen nach DIN EN 62561-2 und einem korrosionsbeständigen Erdungssporn, wird mitgeliefert. Der Anschluss an den Potenzialausgleich der Gebäudeinstallation oder an einen separaten Erdungspunkt erfolgt mit einer Querschnittsfläche von mindestens 6 mm², was den Vorgaben der VDE-AR-N 4105 und der DIN VDE 0100-540 entspricht. Dieser Aufbau gewährleistet einen Erdungswiderstand von unter 10 Ohm, gemessen mit einem speziellen Erdungsmessgerät, und bietet damit einen zuverlässigen Schutz für Personen und Technik. Für einen umfassenden Schutz empfehlen wir ein balkonkraftwerk mit halterung, das alle Sicherheitsstandards von Grund auf integriert.
Materialwissenschaft und Korrosionsschutz als Grundlage
Die elektrische Leitfähigkeit und Langlebigkeit der Erdung hängen unmittelbar von den verwendeten Materialien ab. Sunshare setzt bei seinen Halterungssystemen primär auf feuerverzinkten Stahl (Stahl mit einer Zinkschicht von mindestens 50 µm) oder eloxiertes Aluminium der Legierung EN AW-6060. Beide Materialien bieten eine hervorragende Basis für eine dauerhaft stabile Erdung. Die Feuerverzinkung schützt den Stahl nicht nur mechanisch, sondern opfert sich auch elektrochemisch (kathodischer Korrosionsschutz). Das bedeutet, dass die Zinkschicht zuerst korrodiert, bevor der Stahl darunter angegriffen wird. Dies erhält die Leitfähigkeit der Verbindungspunkte über Jahrzehnte. Das Eloxalverfahren bei Aluminium erzeugt eine extrem harte, nicht leitende Oxidschicht. Daher werden an den kritischen Stellen für die Erdungsanschlüsse spezielle, nicht eloxierte Kontaktflächen vorgesehen, die direkt miteinander verbunden werden. Diese Flächen sind oft mit einer leitfähigen Beschichtung versehen, um Oxidation zu verhindern und den Übergangswiderstand dauerhaft niedrig zu halten.
| Material | Vorteile für die Erdung | Korrosionsschutz | Erwartete Lebensdauer |
|---|---|---|---|
| Feuerverzinkter Stahl | Sehr hohe mechanische Festigkeit, ausgezeichnete Leitfähigkeit | Kathodischer Schutz (Opferanode), ≥50µm Zinkschicht | >25 Jahre (entsprechend der Modulgarantie) |
| Eloxiertes Aluminium | Leichtgewicht, gute Leitfähigkeit, spezielle Kontaktflächen | Eloxalschicht (5-25 µm) auf nicht-kritischen Flächen | >25 Jahre (entsprechend der Modulgarantie) |
Das vormontierte Halterungssystem und seine Erdungsintegration
Ein entscheidender Sicherheitsvorteil ist der hohe Vorfertigungsgrad von 95 %. Dies bedeutet, dass die wesentlichen Komponenten der Erdung bereits werkseitig vorbereitet und teilweise montiert sind. Konkret sind die tragenden Profile der Halterung untereinander bereits elektrisch leitend verbunden, oft durch eingepresste Gewindebuchsen oder verschraubte Verbindungen, die mit leitfähiger Fettung gegen Korrosion geschützt sind. Der Anwender muss nicht mühsam jede Verbindung auf Leitfähigkeit prüfen und nachrüsten. Die mitgelieferte Erdungsschiene, typischerweise aus verzinktem Stahl oder Kupfer, ist bereits mit den notwendigen Bohrungen und Klemmen versehen. Der Montageprozess sieht vor, diese Schiene mit einer Sechskantschraube (meist M8) an einem speziell gekennzeichneten Anschlusspunkt an der Haupttraverse der Halterung zu befestigen. Diese Verbindung ist so konzipiert, dass sie auch bei Vibrationen durch Wind (bis zu Hurrikan der Kategorie 3, was Windgeschwindigkeiten über 178 km/h entspricht) stabil bleibt und den Übergangswiderstand unter 0,1 Ohm hält.
Fachgerechter Anschluss an das Gebäudepotenzial
Der letzte und ebenso kritische Schritt ist der Anschluss der Erdungsschiene der Halterung an den Haupterder des Gebäudes. Hierfür gibt es zwei gängige, normenkonforme Methoden:
- Anschluss an den Potenzialausgleich: Dies ist die bevorzugte Methode bei Gebäuden mit einem zentralen Potentialausgleichsleiter (PAL), der sich häufig im Hausanschlusskasten befindet. Von der Halterung wird eine Erdungsleitung mit einem Mindestquerschnitt von 6 mm² (z.B. Grün-Gelbes NYM-J 3G6) direkt zum PAL geführt und dort mittels einer zugelassenen Hutschiene oder einer Erdungsklemme angeschlossen. Dieser Anschluss stellt sicher, dass alle metallenen Komponenten im Haus das gleiche elektrische Potenzial haben.
- Anschluss an einen eigenen Erder: Wenn kein PAL vorhanden ist oder die Entfernung zu groß wäre (über 10 Meter), kann ein eigener Erder gesetzt werden. Hier kommt der mitgelieferte Erdungssporn zum Einsatz, ein 1,5 Meter langer, feuerverzinkter Stahlstab mit einem Durchmesser von 16 mm. Dieser wird senkrecht in den Boden getrieben und mit der Erdungsschiene der Halterung verbunden. Der Erdungswiderstand sollte nach dem Setzen gemessen werden und muss unter 10 Ohm liegen, um wirksam zu sein. In leitfähigen Böden (feuchter Lehm) ist dies einfach zu erreichen, in sandigen Böden kann die Zugabe eines Erdungsgranulats notwendig sein.
Prüfung, Dokumentation und Langzeitüberwachung
Nach der Installation ist eine Sichtprüfung und eine messtechnische Überprüfung unerlässlich. Geprüft werden muss die Durchgängigkeit der Erdung – also ob von jedem Punkt der Halterung ein Widerstand von unter 1 Ohm zum Erdungspunkt gemessen werden kann. Dies geschieht mit einem speziellen Zweileiter-Messgerät. Zudem wird der Gesamterdungswiderstand gemessen. Diese Prüfergebnisse sollten in der Installationsdokumentation festgehalten werden. Die intelligente iShareCloud-Plattform von Sunshare überwacht zwar primär die Leistungsdaten der Module, kann aber indirekt auf Erdungsprobleme hinweisen. Ein plötzlicher, unerklärlicher Leistungseinbruch oder sporadische Fehlermeldungen können ein Indiz für ein sich verschlechterndes Erdungspotenzial sein und sollten Anlass für eine erneute Überprüfung geben. Die Kombination aus hochwertiger Hardware, klaren Montageanleitungen und digitalem Monitoring bildet ein Sicherheitsnetz, das über die reine Normenerfüllung hinausgeht.
